In einem Interview mit Focus Online positioniert LinkedIn Europachef Kevin Eyres das Unternehmen als ziemlich klaren Favoriten in Sachen Business-Netzwerke. Sicherlich hat LinkedIn weltweit die Nase deutlich vor Xing, aber ich finde es etwas vermessen wie Eyres Xing doch sehr klein reden möchte und denke – wenn er auf andere europäische Märkte hinweist – das Deutschland nicht nur einer der wichtigeren Märkte in Europa ist, sondern auch immer etwas anders tickt als den Amerikanern lieb ist. Das musste schon Facebook lernen – auch wenn sie mittlerweile den richitgen Weg gefunden haben war der deutsche Markteintritt eher holpriger als erwartet.
Ich persönlich sehe weiterhin Xing als Favorit in Deutschland.
Das ist natürlich nur eine rein subjektive Sichtweise, aber in Punkto Relevanz spielt LinkedIn bei mir keine besonder große Rolle. Natürlich habe ich auch dort ein Profil und pflege mein Netzwerk (eher sporadisch), aber insgesamt gefällt mir Xing aufgrund der wesentlich vielfältigeren Möglichkeiten und auch der optischen Darstellung deutlich besser als LinkedIn.
Hierzu passt auch die Antwort auf die Frage nach der auf Xing gegebene deutliche längeren Nutzungsdauer gegenüber LinkedIn:
“Für uns sind aktive Nutzer nicht so entscheidend wie für Xing. Wir wollen nach wie vor professionelle Geschäftsleute mit LinkedIn ansprechen. Und die Zeit eines Geschäftsmannes ist meist knapp bemessen. Also soll er sich auch gar nicht so lange in einem Netzwerk aufhalten müssen.Wir wollen unsere Services dahingehend optimieren, wie man schnell und effektiv in Kontakt mit Geschäftspartnern kommt – und nicht, wie wir möglichst lange unsere Nutzer auf der Plattform beschäftigen. Xing legt sehr viel Wert auf soziale Aspekte wie Gruppenforen oder organisierte Gruppentreffen. Wer professionell eine Businessplattform nutzt, möchte primär zwei Sachen: sich selbst optimal präsentieren und nützliche Personen finden und diese kontaktieren”
Ich sehe das eher so, dass mir Xing mehr Möglickeiten zum Networken bietet und ich mich daher auch wesentlich detailierter mit meinem Netzwerk beschäftigen kann und das natürlich auch will. Anders als bei LinkedIn, wo ich mich in der Tat nur sehr sporadisch aufhalte. Natürlich spielt die Frage nach internationalen Ambitionen hier auch eine gewisse Rolle.
Eine Übernahme oder eine Kooperation mit Xing lehnt Eyres übrigens entschieden ab.
Welches Netzwerk das Bessere ist, wäre vermutlich eine schlechte Fragestellung. Aber ich würde schon gerne wissen ob eine lokalisierte Version von LinkedIn dazu führen kann das eigene Xing Nutzungsverhalten zu verändern und ob Xing die neue “lokale” Konkurrenz zu schaffen machen wird…











[...] Lars Wichert [...]
Interessante Wahrnehmung. In punkto Funktionalität kommt einen das auf Grund der Konditionierung wirklich so vor. Aber wenn man sich mit LinkedIn mehr beschäftigt hat, so merkt man den höheren Funktionsumfang. Bei LinkedIn kann man beispielsweise:
- Netzwerkupdates sortieren
- 50 Kontakte gleichzeitig anschreiben
- mit dem Outlookabgleich sich informieren lassen, wenn ein Kontakt sich neu angemeldet hat (Ohne ihn eingeladen zu haben)
- Adressumkreis durchführen
- alá Google Ads Micro Advertisings durchführen
- Sich “einigeln” (wenn man keine Kommunikationswege öffnen will)
- Privatsphäre ist besser geschützt und paramtriesierbar (1)
- Empfehlungen sind qualifiziert (Kunde, Freund, Kollege…und man auf einen Klick sehen, ob man jemadnen kennt und wenn ja wie)
- Integration des F & A bereiches (Sich als Experte profilieren)
- Mehrsprachige Profile (Diese Bindestriche sind echt hässlich, wenn man das nicht hat)
- Referenzen automatisiert heraussuchen
- Lebenslaufimport für das Erstellen von Profilen
- PDF Aufbereitung des eigenen Profiles
- Die (übrigens kostenfreien) Unternehmensprofile können neben dem Unternehmensfeed auch via WKN angebunden werden (Börsennotierung)
- Bei Gruppen: Man kann Personen oder Domain von vonherein freischalten, CSV Dateien für Einladungen hochladen, n Feeds aktivieren
- Blog auf Profilseite anzeigen
- Integration von Slideshares auf dem Profil
- Bessere Suche (mit statistischer Funktion, mehr Ergebnisse, die auch noch sortierbar sind, Multiple Checkboxen bei verschiedenen Suchkriterien)
- Frei wählbarer Vanityname
- Following Funktion bei Personen
- Funktionierende Suche bei PN (Also auch nach Inhalten)
- Sortierfunktionen bei PN und Archivierung
- Lars but not least: Open 2.0 Integration (Anbindung von LinkedIn an Tweetdeck und Hootsuite), genauso können Tweets auf der Startseite angezeigt werden
- (Noch mehr Beispiele poste ich gerne, mehr fällt mir im Moment nicht ein)
Zur Marktpenetration: Die massive Expansionsstrategie, die eigentlich nur in Deutschland und Österreich funktioniert hat, führte zu einer quantitativen Ausweitung bei Vernachlässigung der entsprechenden qualitativen Ebenen. Folge: Guck mal bei Twitter nach Xing: Eventeinladungen zur Reinkarnationstherapie, ehemalige Versicherungsvertreter und Lehrer erklären: Kontakte Dich reich usw. Damit ist der B2B Cluster de facto schon fasst aufgegeben.
Liebe Grüße
Stephan Koß
(1) http://linkedinsiders.wordpress.com/2010/01/25/privatsphare-linkedin/
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von David Everitt-Carlso erwähnt. David Everitt-Carlso sagte: Xing vs.LinkedIn « Marken, Medien, Mainstream http://bit.ly/akx9xU [...]
Thanks for the link on Xing vs. LinkedIn!
Ich bevorzuge Xing, weil ich für die meisten Funktionen bei LinkedIn keinen Gebrauch finde oder Zeit habe sie zu nutzen ; sonst sehe ich auch keine großen Unterschied der beiden Netzwerke für den alltäglichen Gebrauch.
Naja das sind doch völlig verschiedene Portale. Warum die überhaupt vergleichen? Ich finde nicht daß die wirklich Konkurrenten sind, aber naja…
Wie im Blog-Thema schon beschrieben ist die Aussage, ob Xing oder LinkedIn die bessere Plattform darstellt um geschäftliche Kontakte zu knüpfen und pflegen, rein subjektiv. Ich persönlich habe über LinkedIn die besten Kontakte geknüpft, doch bei Xing habe ich von der Masse an Anfragen her mehr Personen aus meiner Branche mit denen ich Kontakt knüpfen konnte. Beide Web-Portale habe ihre Daseinsberechtigung und ich selbst bin immer ein freund von konkurrenz, denn sonst gäbe es keine weiterentwicklung!